Yield

Dieser Steinbruch grenzt unmittelbar ans Meer. Seit 1886 wird dort Granit gebrochen und gelegentlich hört und spürt man die Sprengungen. Die Ausbeute an Granit ist größtenteils erschöpft, aber man baut weiterhin ab. Es bleibt eine Landschaft, in der der Eingriff des Menschen überwältigend ist.

Brutal. Bizarr schön.

Vielen alten Sprenglöchern im Stein, dem Verlauf der so entstandenen Brüche und Risse vom Sprengloch weg, bin ich in meinen Steindrucken und Zeichnungen visuell gefolgt.
Granit gilt als das härteste Naturgestein und ist magmatischen Ursprungs.

Was ich bei meiner zeichnerischen und fotografischen Arbeit vor Ort aber sah, war fragile Schönheit.

Denken in den eigenen Grenzen

Wallace Stevens beschreibt »Dreizehn Arten, eine Amsel zu betrachten«.

Was bevorzugst du – das Pfeifen der Amsel?
… oder die Sekunde danach?

Wann hörst du es tatsächlich?

Jede Wahrnehmung ist ein Zusammenspiel mit den eigenen Erinnerungen und Phantasien und so immer wieder anders. Die Bedeutung des Erinnerten ändert sich mit der Zeit.

Figuren setze ich meist nur fragmenthaft. Nur was mir wichtig ist, wird genauer ausgearbeitet. Mit Linien und Farben, mal verdichtet und mal flüchtig, schaffe ich körperhafte Formen und Verbindungen zwischen ihnen. Gesichter, angedeutete Körper, Überlagerungen, das Ausbalancieren von Kräften, während das Umfeld nur unvollständige räumliche Orientierungen anbietet.

Es geht mir um das, was sich zwischen den Figuren abspielt. Ich will Kräfte und Beziehungen sichtbar machen, die an sich nicht sichtbar sind. Deshalb setze ich meine Figuren in diese Zustände und Bewegungen, um innere Haltungen zu erfragen und zu beschreiben. Die Figuren sind miteinander und tauschen sich aus über die Kräfte, die sie einsetzen, sich auch gegenseitig Halt zu geben.

So hinterfrage ich auch mich. Was ist? Was bleibt? Warum? Welche Bedeutung haben meine Wahrnehmungen, Erinnerungen, Phantasien.

»Thirteen Ways of Looking at a Blackbird« By Wallace Stevens

I do not know which to prefer,
The beauty of inflections
Or the beauty of innuendoes,
The blackbird whistling
Or just after.

Tucoulou – Cité Foch – Digital Prints

Cité Foch (anfangs auch Cité Tucoulou) ist ein Stadtviertel in Berlin Reinickendorf, das seit 2000, nach dem Rückzug der französischen Alliierten, lange eher geisterhaft wirkte. In dieser Zeit untersuchte ich fotografisch das ehemalige Zentrum an der Avenue Charles-de-Gaulle 9, 10/14 (damals mit Kino, Kultur-, Einkaufs- und Gesundheitszentrum). Es stand leer und verwahrloste.

Die Spuren der vergangenen Nutzung, die bemerkenswerte Architektursprache, die materielle Oberflächen, die Organisation dieses Gebäudekomplexes im städtischen Kontext interessierten mich dabei. Immer wieder fand ich interessante Details und räumliche Situationen. Dieses Gebäude, ehemals lebendiges Zentrum der Cité Foch, gibt es nicht mehr. Es wurde abgerissen.

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